Geschichte

Anfänge der Feuerwehr im Jahr 1871

Ein Gemeindeschreiben an das Königliche Bezirksamt Kötzting vom 11. Februar 1871 belegt, dass zu diesem Zeitpunkt bereits eine Freiwillige Feuerwehr Haibühl vorhanden war. Auszugsweise heißt es darin:

„Der unterfertigte gehorsamste Gemeindevorstand bringt hiermit zur Kenntnis des königlichen Bezirksamtes, dass sich in hiesiger Gemeinde eine freiwillige Feuerwehr konstituiert hat. Als Vorstand derselben oder Hauptmann ist gewählt der Schullehrer Karl Köppele von Haibühl, als Requisitenmeister der Schmied Friedrich Schraufstetter von Haibühl, ferner sind drei Abteilungen von Feuerwehrmännern gebildet als a.Steiger b. Spritzenmänner c. Retter oder Ordnungsmänner.“

Ein Schreiben der benachbarten Gemeindeverwaltung Arrach an das Königliche Bezirksamt Kötzting vom 5. Februar 1871 bestätigt diesen Sachverhalt wie folgt: „….Da nach Vernehmen in unserer Nachbargemeinde Haibühl sich bereits eine Feuerwehr konstituirt hat, so hat man sich dahin verständiget, sich an die genannte Feuerwehr anzuschließen und haben sich bereits schon mehrere Jünglinge und Männer vormerken lassen, welche sich verpflichtet haben, sich an den demnächst beginnenden Übungen zu betheiligen und bei einer ausbrechenden Feuersbrunst sich so schleunig als möglich am Brandorte einzufinden.“

 

Demnach war in Haibühl bereits sehr früh, d. h. mindestens seit 1871, eine Freiwillige Feuerwehr ausgestattet mit einer „Druckspritze“, vorhanden. An der Druckspritze waren die beiden Nachbargemeinden Arrach und Engelshütt mitbeteiligt.

 

Vereinsmäßige Organisation ab 1885

Den zweiten wichtigen Eckpfeiler der Haibühler Feuerwehrgeschichte bildet die vereinsmäßige Organisation im Jahr 1885. In einem Schreiben des Bezirks-Feuerwehr-Vertreters des Amtsbezirks Kötzting an das Königliche Bezirksamt Kötzting berichtet dieser am 15. Mai 1885, dass am 4. Mai 1885 eine „Freiwillige Feuerwehr Haybühl“ gebildet worden ist. Elf Männer aus Haibühl und Ottenzell, gründeten diese vereinsmäßig organisierte Freiwillige Feuerwehr Haibühl.

 

Erstes Feuerwehrgerätehaus

Das erste Feuerwehrgerätehaus stand im oberen Bereich des heutigen „Haibühler Dorfparks“. Es besaß noch keinen Turm zum Aufhängen und Trocknen der Schläuche und zur Unterbringung sonstiger „Feuerlöschrequisiten“. Eine Gebäudeerweiterung mit Anbau eines Schlauchturms war deshalb unausweichlich, weil die „junge“ Wehr in den Jahren vor 1889 eine zweite moderne und leistungsfähige Saug-Druck-Spritze und Schläuche zur Brandbekämpfung angeschafft hatte. Der Plan dazu stammt aus dem Jahr 1889.

 

Fahnenweihe 1911

Bis zum ersten Weltkrieg prägten insbesondere drei Ereignisse das dörfliche Feuerwehrgeschehen:

1. die größte Brandkatastrophe in der Geschichte der Wehr, als durch Brandstiftung bei den Anwesen Gaschler und Kless in den Nachtstunden des17. April 1894 innerhalb kürzester Zeit verheerende Großbrände ausbrachen

2. die festliche Fahnenweihe im Jahr 1911 und

3. die Ausstattung der Wehr mit einheitlichen Uniformen.

 

Entwicklung zwischen den Weltkriegen

Nach der stürmischen Entwicklung in den Gründerjahren konsolidierte sich die Wehr in den folgenden Jahrzehnten. Mit verschiedenen Veranstaltungen, wie Faschingsbällen, belebte und prägte die Feuerwehr wesentlich das Dorfleben.

 

Feuerwehr nach dem 2. Weltkrieg bis zum 100-jährigen Gründungsfest 1985

Mit 31 aktiven Mitgliedern erreichte die Wehr bereits 1949 in etwa den Vorkriegsmitgliedsstand wieder.

1950 feierte die Wehr in kleinem Rahmen ihr 65-jähriges Bestehen. Von 1950 bis 1952 wurde das neue Gerätehaus durch starke Eigenleistung der Feuerwehrmänner im Ortsteil Irlsaign errichtet.

In dieser Zeit wurde ein gebrauchtes Militärfahrzeug als Einsatzwagen angeschafft.1959 kam es dann zur Anschaffung einer neuen Paul-Ludwig-Motorspritze. Ab 1960 unterzogen sich Löschruppen der Wehr der Leistungsprüfung.

Aus der Feuerwehr ging im Jahr 1960 ein Spielmannszug hervor.

Nach langjährigen Bemühungen kam es 1972/73 zur Anschaffung eines modernen LF8-Einsatzfahrzeugs für die Wehr

In einer Gemeinschaftsaktion der Wehr wurde 1984 das Feuerwehrgerätehaus im Ortsteil Irlsaign renoviert. Im gleichen Jahr erhielt die Feuerwehr schweres Atemschutzgerät.

1985 stand das 100-jährige Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Haibühl an. Dieses wurde verbunden mit einer Fahnenweihe. Eine Ausstellung über das frühere Leben in den Dörfern Haibühl untermauerte dieses Festereignis.

 

Umbruchzeit - die Freiwillige Feuerwehr von 1990 bis heute

Der ausrüstungsmäßige Umbruch der Wehr in den 90er Jahren geht auf die Initiativen des damaligen Kommandanten Alois Lohberger zurück. Den Auftakt dieses Umbruchs bildete der Bau eines dringend benötigten neuen Feuerwehrgebäudes, das 1993 fertig gestellt wurde. Im gleichen Jahr wurde der Name der Wehr auf Freiwillige Feuerwehr Haibühl/Ottenzell erweitert. In der Folgezeit entstanden beim neuen Gerätehaus eine ansprechende Totenbrettergruppe sowie ein Gedenkstein.

Der ausrüstungsmäßige Umbruch wurde nach diesem ersten grundlegenden Schritt in den Folgejahren zielgerichtet weiter vorangetrieben. Drei Jahre nach dem Gerätehausbau folgte 1996 die Anschaffung eines Tanklöschfahrzeugs. Als Ersatzfahrzeug für das LF8 aus dem Jahr 1972 wurde 2005 ein TSF-Allradfahrzeug angeschafft. 2006 erwarb die Freiwillige Feuerwehr Haibühl-Ottenzell ein gebrauchtes Lichtmastfahrzeug und komplettierte damit ihre Ausrüstung.

2010 konnte die Wehr mit zahlreichen Gästen im Rahmen eines dreitägigen Festes ihr 125-järiges Gründungsfest feiern.

 

Den Werdegang der Freiwilligen Feuerwehr Haibühl-Ottenzell von der Gründerzeit bis heute verdeutlichen insbesondere ihre nachfolgend gezeigten drei Feuerwehrgerätehäuser: